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CouchCouch

Musik ohne Gesang und Soli. So stand es über einer Band, die um Worte so gerne verlegen war. Instrumentalmusik eben. Ein kryptisches kleines Universum genannt
Couch. Musik aus Bass, Schlagzeug und Gitarre, erfunden in München, bald veröffentlicht auf dem Weilheimer Label Kollaps. 1995 war das, im Sonnenaufgang von Postrock und Artverwandtem. Und Couch haben auch mal kurz nach Chicago geblinzelt, haben Shellac oder Tortoise gehört. Eigentlich aber saß die Band längst in ihrem eigenen living room. Einem Ort, an dem die Parameter Post und Rock, Jazz oder Electronica nur von Besuchern an die Wand geschrieben wurden. Von Musikkritikern zum Beispiel. Musik ohne Gesang und Soli. Und ohne noch viel mehr. Denn bei aller Wucht, die die Stücke von Couch - ich will sie von nun an aus gutem Grund Songs nennen - immer wieder entfalten, sind sie doch auch Minimal Music im besten Sinne. Entschlackte Strukturen, Hymnen gewiss, aber par jeglicher Opulenz. Jedes Instrument, jedes Geräusch, jeder Ton steht selbstbewusst und notwendigerweise an seinem Ort. Ihre allgegenwärtige Dynamik ziehen Couch-Songs gerade aus dieser kompositorischen Verdichtung. Auf ihrem zweiten Album, erschienen 1998, hat die Band diese Arbeitsweise selbstbewusst ausgestellt: "Etwas Benutzen" heißt die Platte. Benutzen im Sinne von die Teile in den Dienst des Ganzen stellen. Anders gesagt: Genug ist immer besser als Zuviel. Ein einnehmendes Gleichgewicht aus Abstraktion und Melodie. Dem blieb auch so, als mit "Fantasy" (2000), der Klang und die Band erweitert wurden. Michael Heilrath (Bass, Kombosition), Jürgen Söder (Gitarre) und bald Thomas Geltinger (Schlagzeug) waren und sind Couch. Hinzu kam nun Stefanie Böhm (Ms. John Soda) am Keyboard. Hinzu kam ein energetisches Schwelgen und eine neue Leidenschaft für Pop und Melodie: die Herzlichkeit des Rationalen gewissermaßen, noch immer ohne Gesang und Soli. Seit "Etwas Benutzen" kümmerte sich das Berliner Label Kitty-Yo um die Veröffentlichungen von Couch, mit "Fantasy" und dem nachfolgenden "Profane" (2001) kam ein US-Deal mit dem legendären Matador-Label hinzu. Man war, ohne es selbst zu wollen, zu so etwas wie einer Referenzband geworden. Vielleicht auch ein Grund für den zwischenzeitlichen Eindruck, genug erzählt zu haben. Und so ist das neue, fünfte Couch-Album das erste nach einer Pause von beinahe fünf Jahren. Und das erste auf Morr Music. Wobei diese Gemeinschaft ja irgendwie in der Luft lag - wegen der Menschen und der Melodien, die noch einmal gewachsen .

Links

www.morrmusic.com

www.couchmusik.de