|
Electric
President
Musik
klingt am Meer anders als an anderen Orten. Burt Bacharachs
Pacific Coast Highway. Jim O'Rourkes Ghost Ship in a
Storm. Oder jene teenage symphonies to god, die Brian
Wilson, das große wasserscheue Kind, in seinem
kalifornischen Himmelbett komponiert hat, einen künstlichen
Sandstrand unter den Füßen. Auch die Stücke
von Electric President blicken auf das Meer. Trieben
von Jacksonville Beach/Florida über den großen
Teich bis nach Berlin. From Ben Cooper to Morr Music.
Zehn Songs sind es geworden, die Pop als großes
Meer, als einen Ozean der Eindrücke und Empfindungen
verstehen. Und die auf ihrer eigenen Brandung surfen.
Ben Cooper (23) hat die simplen, komplexen Popperlen
gemeinsam mit Alex Cane (21) zu diesem, ihrem ersten
Album zusammengefügt. Kontinuierlich weht Ben Coopers
weiches und doch bestimmtes Idiom in unsere Ohren, eine
schmeichelnde Sehnsucht. Und vielleicht ist es diese
Stimme, die die Agenda seiner Musik am besten beschreibt:
ungefiltert und direkt, dann wieder zu euphonischen
Chören verwoben. Mancher mag sich an Death Cab
for Cuties Benjamin Gibbard erinnert fühlen, ohne
dessen teenage angst allerdings. Ben Cooper ist Songwriter
und Arrangeur, ist Gitarrist, Schlagzeuger, Knöpfchendreher...
In welcher Reihenfolge, das entscheiden die Lieder und
die Launen. Mal intim und reduziert wie in Grand Maschine
No. 12, angereichert nur durch ein paar digitale Klicks
und einige herzerwärmende backing vocals. Mal hymnisch
und verschachtelt wie im sonnigen Opener good morning,
hypocrite. Melancholisch vielleicht, so melancholisch
wie es großartige Popsongs meistens sind. Und
Ben Cooper hat großartige Popsongs geschrieben
und gemeinsam mit Alex Cane arrangiert und aufgenommen.
bedroom recordings, was allerdings nichts mit LoFi zu
tun hat. Einzig damit, seine musikalischen Ideen ganz
nah am Herzen zu tragen und möglichst wenig aus
der Hand zu geben.
Links
www.electricpresident.com
www.morrmusic.com
|