|
Electric
President
Musik klingt
am Meer anders als an anderen Orten. Burt Bacharachs Pacific Coast Highway. Jim
O'Rourkes Ghost Ship in a Storm. Oder jene teenage symphonies to god, die Brian
Wilson, das große wasserscheue Kind, in seinem kalifornischen Himmelbett
komponiert hat, einen künstlichen Sandstrand unter den Füßen.
Auch die Stücke von Electric President blicken auf das Meer. Trieben von
Jacksonville Beach/Florida über den großen Teich bis nach Berlin. From
Ben Cooper to Morr Music. Zehn Songs sind es geworden, die Pop als großes
Meer, als einen Ozean der Eindrücke und Empfindungen verstehen. Und die auf
ihrer eigenen Brandung surfen. Ben Cooper hat die simplen, komplexen Popperlen
gemeinsam mit Alex Cane zu diesem, ihrem ersten Album zusammengefügt. Kontinuierlich
weht Ben Coopers weiches und doch bestimmtes Idiom in unsere Ohren, eine schmeichelnde
Sehnsucht. Und vielleicht ist es diese Stimme, die die Agenda seiner Musik am
besten beschreibt: ungefiltert und direkt, dann wieder zu euphonischen Chören
verwoben. Mancher mag sich an Death Cab for Cuties Benjamin Gibbard erinnert fühlen,
ohne dessen teenage angst allerdings. Ben Cooper ist Songwriter und Arrangeur,
ist Gitarrist, Schlagzeuger, Knöpfchendreher... In welcher Reihenfolge, das
entscheiden die Lieder und die Launen. Mal intim und reduziert wie in Grand Maschine
No. 12, angereichert nur durch ein paar digitale Klicks und einige herzerwärmende
backing vocals. Mal hymnisch und verschachtelt wie im sonnigen Opener good morning,
hypocrite. Melancholisch vielleicht, so melancholisch wie es großartige
Popsongs meistens sind. Und Ben Cooper hat großartige Popsongs geschrieben
und gemeinsam mit Alex Cane arrangiert und aufgenommen. bedroom recordings, was
allerdings nichts mit LoFi zu tun hat. Einzig damit, seine musikalischen Ideen
ganz nah am Herzen zu tragen und möglichst wenig aus der Hand zu geben. Links
www.electricpresident.com
www.fakefourinc.com
|