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Dead MeadowGithead

Wenn COLIN NEWMAN -einer der beiden Sänger von WIRE - Lust auf Pop hat, dann macht er eben Popmusik. Auf dem neuen Album seiner "Hobbyband" GITHEAD gibt es elf wunderschöne Stücke, die erkennen lassen, dass der Geist von WIRE immer noch über all dem schwebt, was er schon in zahlreichen Solo-Produktionen im Laufe der Jahre auf die Beine gestellt hat. Im Gegensatz zur Konserven-Pop-Kost, die einem heutzutage um die Ohren gehauen wird, ist Art Pop von GITHEAD (zu deutsch etwa Schwachkopf) nämlich alles andere als schwach und überflüssig. "Wir haben es schwer in einem Land, in dem die Mehrheit der Musikliebhaber "Angels" von ROBBIE WILLIAMS für den ultimativen Song der Menschheitsgeschichte hält …", hatte Newman in einem Interview zur Veröffentlichung des Albums festgestellt. Doch wieso brauchen wir GITHEAD, wenn WIRE für sich genommen konsequent die Geschichte des Post-Punk und New Wave seit 1976 aufmischten? Eben weil es auf dieser Platte atemberaubend gute Songs wie "On Your Own" oder "Drive By" zu hören gibt, denen man die ungezwungene Spielfreude aller Beteiligten anhört. GITHEAD sind COLIN NEWMAN und Ehefrau MALKA SPIGEL, sowie MAX FRANKEN und ROBIN RIMBAUD. SPIGEL und FRANKEN kennen sich von der israelischen Band MINIMAL COMPACT, die sich Anfang der 80er insbesondere im europäischen Raum in der alternativen Musikszene einen Namen gemacht hatte. RIMBAUD produziert seit 1992 als SCANNER experimentelle elektronische Musik und war unter anderem als DAU AL SET neben NURSE WITH WOUND, CURRENT 93, LYDIA LUNCH und vielen weiteren auf dem "Peyrere-Tape" vertreten. Auf Initiative von RIMBAUD, der schon seit einigen Jahren mit NEWMAN und SPIGEL befreundet ist, entstand die Idee einer musikalischen Zusammenarbeit. Was zunächst als einmaliges Experiment zum 10-jährigen Jubiläum des SWIM ~ Labels gedacht war, entpuppte sich schnell als fruchtbares Konzept. Denn obwohl die einzelnen Bandmitglieder aus den unterschiedlichsten musikalischen Sparten kommen, wollen GITHEAD eben keine weitere Experimental-Band sein, sondern schlicht und ergreifend lupenreine Popmusik fabrizieren. Natürlich brechen sie mit gängigen Hörgewohnheiten - man will schließlich den etablierten Poppern keine Konkurrenz machen - und baut bisweilen lange instrumentale Passagen in einzelne Stücke ein. Das Ergebnis ist jedoch immer überzeugend und abwechslungsreich, da NEWMAN das Mikrophon auch mal an seine Gattin abtritt oder beispielsweise die Vocals elektronisch aufgepeppt werden ("Space Life"). Wie auch bei den beiden vorherigen Veröffentlichungen ["Headgit" E.P. (2004) und "Profile" (2005)] dominieren die wummrigen Bässe, schließlich entstanden sie alle mehr oder weniger im hauseigenen Studio in der Garage der NEWMANs. Im Sommer kam es somit häufiger vor, dass die Aufnahmen aufgrund extremer Hitzeentwicklung zur Schonung des Equipments (und der Musiker) für Wochen unterbrochen werden mussten. Ein Teil der Plattenaufnahmen entstand daher im niederländischen Rotterdam, dem zugleich ein Song des Albums gewidmet wurde.


Links
http://
www.githead.co.uk/