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Parallel zur aufkeimenden Quiet is the New Loud-Bewegung begannen Julia Kliemann (Gesang, Sinus-Keyboard) und Chris Flor (Gesang, Gitarre) 1999 mit ihrem reduzierten Zartcore ruhige Zerbrechlichkeit auszuloten: Als es mit dem gemeinsamen Skateboarden nicht so recht klappen wollte, konnte Chris seine Mitstudentin am letzten Abend der legendären Galerie berlintokyo spontan dazu überreden, ihm bei einem Auftritt vor songs:ohia den nötigen musikalischen Rückhalt zu geben. Komëit stellen mit viel Mut zu Naivität und Idealismus ergreifend einfache Geschichten und deutliche Aussagen in den Raum und gehören damit zu den ersten, die sich wieder trauen, sich und die einzelnen Töne offen zu legen - jedoch nicht introvertiert verschüchtert, sondern als optimistisch melancholische Sachlagenbeschreibung ohne Schuldzuweisung. Dabei bringen Komëit Songs keine vorgefertigten Räume mit sich: Töne entstehen direkt in den Boxen und schaffen mit bewusst minimalistischen Ansatz, der nicht klinisch, sondern in seiner Direktheit umso menschlicher wirkt, eine konzentrierte, intensive Klarheit. Nach dem ergreifenden Vorgängeralbum, noch eher nüchtern auf dogmatische Reinheit bedacht, ist Falling Into Place nun weniger konzeptuell angelegt und verleiht mit Elektronik, Klavier und sporadischen Gitarrenflächen auch den Lücken warme Atmosphäre - "beim letzten Album ging es mehr darum, die grundsätzliche Idee eines Tons, einer Melodie, eines Lovesongs zu vermitteln, diesmal wollten wir diese Idee ausformulieren, die Platte wirklich machen" sagt Chris und grinst. Besinnlich, romantisch, herzergreifend, langsam, verzögert und durchsetzt mit der gemeinsamen, musikalischen Vergangenheit zwischen Low, Codeine, Pastels und Brian Eno ziehen uns hier zwei zart verwobene Stimmen fast hypnotisch in die Komëitwelt - Widerstand zwecklos.

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