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Laetitia
Sadier
Solange Platten noch produziert
oder wenigstens irgendwie angehört werden, wird Laetitia
Sadier wohl stets mit Stereolab, der Band an deren Spitze
sie gemeinsam mit Ex-Partner Tim Gane zwei Dekaden lang
musizierte und welche den verkopften Sound der 90er
und 00er Jahre maßgeblich prägte, in Verbindung gebracht
werden. Das Jahr 2009 brachte jedoch einen Wandel mit
sich. Stereolab kündigten eine unbestimmte Auszeit an
und Laetitia löste ihr ursprüngliches Soloprojekt, Monade,
auf. Bereits kurz darauf veröffentlichte sie ihr erstes
"offizielles" Soloalbum, The Trip. Ein Titel, welcher
als direkte Anspielung an diese Umbrüche gesehen werden
kann: "Meinen Namen auf dieses Album zu schreiben reflektiert
mein Bedürfnis, nicht auf jemanden angewiesen zu sein
oder mich nicht hinter irgendjemandem zu verstecken.
Auf tieferer Ebene betrachtet, hatte ich auch ein sehr
starkes Verlangen mit dem Verlust meiner Schwester Noelle
zurechtzukommen. Demnach ist es also eine sehr persönliche
Hommage an den Trip durchs Leben und die Verarbeitung
der Trauer um Trennungen zu geliebten Menschen, die
nun einmal ein unvermeidbarer Teil des Lebens sind."
Im Sommer hatte Laetitia ihre neuen Songs bereits nur
mit Gesang und einer E-Gitarre auf Solokonzerten live
präsentiert. Für The Trip holte sie sich jedoch musikalische
Unterstützung ins Boot. Gemeinsam mit den Amerikanern
Rebecca Gates, Richard Swift und April March sowie den
Franzosen Julien Gasc und Emmanuel Mario (welche bereits
am letzten Monade Album Monstre Comic mitarbeiteten),
wurden die Stücke als Bandversionen neu interpretiert.
Der Eröffnungstrack, "One Million Year Trip", handelt
direkt von dem Suizid ihrer Schwester sowie Sadier's
Versuch zu trauern und ihren Verlust zu verstehen. Die
Stimmung dieses Songs, obgleich zutiefst persönlich,
beinhaltet ein gewisses Überschäumen, welches vielleicht
nur während der Aufarbeitung einer solchen Tragödie
entstehen kann. Und so klingt auch der Rest des Albums.
Durchzogen von einer Leichtigkeit, welche über die bittere
Thematik hinwegtäuscht. Ein geradliniger, sorgfältig
angeordneter Ansatz Laetitias Reflektion in einer persönlichen,
ja sogar öffentlichen Form von Unterhaltung. Als eine
Solokünstlerin, erklärt sie, kann sie das Songschreiben
in anderer Weise angehen: "Bei Stereolab kamen die Lyrics
zum Schluss und mussten sich in Tim's Musik einfinden,
nicht umgekehrt. Dass diese kreative Spannung mit Tim
fehlt, finde ich sehr befreiend".
Links
http://www.myspace.com/laetitiasadier
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