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Pelzig
Deutschland 2004 -was ist heutzutage
schon sicher? Der Sommer ist kälter als letztes
Jahr, der Kanzler adoptiert ein russisches Kind, bei
der Fußball-EM hat es auch nicht so geklappt,
und Leute gehen wieder am Montag auf die Straße
- wir sind das Volk, in Unschlüssigkeit, Unzufriedenheit
und moment mal. Um was geht´s eigentlich? Mehr
denn je um Sicherheit. Um Geborgenheit. Um Spannung.
Um verläßliche Größen. Um kleine
Einheiten statt großer Verlorenheit. Zum Beispiel
Familie. Oder Pelzig. Oder beides in einem. "Safe
in its place". Das Programm. Aber auch das vierte
Album, und das wieder zu viert. Zurück in die Zukunft,
von der Konstellation her so wie am anfang. Der mehrjährige
Schlagzeuger Kaspar ist nicht mehr dabei. Pelzig sind
jetzt wieder Menschen, die sich seit über zehn
Jahren kennen, seitdem auch zusammen Musik machen. In
dieser Welt, mit dieser Welt, gegen diese Welt. Nicht,
daß das die Welt besser machen würde. Und
schon gar nicht die Probleme oder die Wut der Individuen
in solch einem Mikrokosmos. Doch Pelzig fühlen
sich gesünder und ehrlicher denn je an, im Schmerz
wie in der Freude, im Lauten wie im Leisen. Das
hört man auch in der neuen Platte. Kompakt wie
selten, schlüssig wie Zehn kommen ebensoviele Songs
aus den Lautsprechern. Es gab kein nachträgliches
Gestöpsle oder Stückwerk bei den Aufnahmen
wie zuletzt, das Album war bereits im Proberaum fix
und fertig, oder übersetzt, "Safe in its place".
Pelzig sind eine Wucht. Nicht
nur, wenn es darum geht, Stimmungen in Worte oder Musik
zu packen, sondern auch, wenn eben diese Worte und diese
Musik mit würde und großem können zu
einer starken Union zusammengeführt werden. Emo
aus Deutschland? Nein. Eher schon Grant und Kraft aus
Bayern. Aufrichtig und kernig, bockig und geradeaus,
unverstellt und unverwüstlich, mit einer amtlichen
Zulassung für die Liebe. Jeder kann und sollte
sich darauf seinen eigenen Reim, seine eigene Interpretation
machen. Deutschland 2004.
Eins ist sicher: Pelzig melden sich wieder zu Wort.
Sie haben aufgeräumt und schießen zurück.
Mit ihrer ureigenen Munition, die zwar manchmal weh
tut, oft aber auch nur kitzelt. Immer aber einen wertvollen
Beitrag zum Wohlbefinden der Bevölkerung leistet.
Oder wie es René formuliert: "Wir hauen
immer was zusammen. Auch zukünftig." Und das
ist schließlich schon mal "Pfennigguad".
Links:
www.pelzig-music.de
www.karate-joe.at
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