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Polar
Bear
Betrachtet man das kreative Schaffen
der fünfköpfigen Post-Jazz Band um Mastermind Sebastian
Rochford, so mag man kaum glauben, dass Jazzmusik im
allgemeinen gerne als altmodisch verkannt wird. Bereits
zur Gründung von Polar Bear im Jahre 2004, einhergehend
mit dem im selben Jahr erschienenen Debütalbum "Dim
Lit", ging ein Raunen durch die Britjazz-Szene. So kann
die in London beheimatete Band, deren weitere Grundpfeiler
Pete Wareham (Tenor und Bariton Saxophon), Mark Lockheart
(Tenor Saxophon), Tom Herbert (Kontrabass) sowie Leafcutter
John (Mandoline und Elektronika) sind, nach 6 Jahren
Bandgeschichte bereits auf zahlreiche Erfolge zurückblicken.
Ihr Zweitling "Held On The Tips Of Fingers" wurde 2005
für den Mercury Preis nominiert und tauchte in zahlreichen
Bestenlisten auf. Außerdem wurden keine geringeren als
Portishead auf die Band aufmerksam und luden sie zum
im Jahre 2007 stattfindenden ATP ein. Neben dem dritten,
selbstbetitelten Album, welches 2008 erschien, widmete
sich Rochford in der Vergangenheit auch der Zusammenarbeit
mit Musikgrößen wie Brian Eno, David Byrne oder Pete
Doherty. Andere Projekte wie Acoustic Ladyland und Basquiat
Strings nahmen ebenfalls die Zeit des passionierten
Musikers in Anspruch. Trotz des ohnehin schon großen
Outputs, stand bereits 2010 ein weiteres Polar Bear
Release auf dem Programm. Aus "Peepers" spricht ein
einzigartiger Mix langjähriger Bühnenerfahrung und Reife,
welcher dennoch nicht veraltet klingt, sondern mit jugendlicher
Begeisterung und Energie bis auf die Spitze getrieben
wird. Die zwischen Ruhe und Exzess taumelnden, sowohl
mit klassischen als auch modernen Elementen besetzten
Stücke, wurden nach dem Vorbild vieler Lieblingsalben
Rochford's, gemeinsam und ohne großartiges Proben im
Voraus, eingespielt. So blieben auch durchweg Positive
Rezensionen von Medien wie dem Guardian oder BBC Music
nicht aus. Und als ob eine Veröffentlichung im Jahr
nicht schon genug wäre, hat es sich der Kopf der Truppe
auch nicht nehmen lassen Passagen ihres neuesten Albums
von einer LP zu samplen um damit, in Zusammenarbeit
mit dem Britischen MC Jyager, neue Songs zu konstruieren.
Aus der überwiegend per Mail stattfindenden Kollaboration
ist ein Werk zweier Meister ihres Fachs entstanden.
Harte Straßenlyrik trifft auf feurige, mit Ausbrüchen
bespickte Jazzbeats, welche wie für diesen Sound geschaffen
scheinen. Die auf das 25minütige Meisterwerk "Common
Ground" gebannten Rhythmen und Raps wurden in diesem
Jahr auch schon live auf dem Londoner Jazz Festival
performt und völlig zu recht von der britischen Presse
gefeiert.
Peepers:
- 2005's Held on the Tips of Fingers,
you will recall, was shortlisted for the Mercury Prize
- and Peepers is every bit as good, talented musicians
reworking the rulebook with hearts and minds at play.
Louis Pattison, BBC Music
- It [Peepers] has clucky one-note
themes over accents like smashing bottles, wistful long-note
reveries, car-horn sax choruses turning to free-jazz
wails and solemn chants over finger-cymbal pings. John
Fordham, The Guardian
Common Ground:
- Putting the sounds together with
the drummer's rhythmic and jazz sensibilities produces
an effect so avant-garde it is as much Pink Floyd as
it is Archie Shepp. Lloyd Bradley, BBC Music
Foto: Steve Gullick
Links
www.polarbearmusic.com
www.myspace.com/sebastianrochford
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