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Rodriguez
Es ist einer der verlorenen Klassiker
der 60er, ein psychedelisches Meisterwerk, mit Farbe
getränkt und inspiriert von Leben, Liebe, Armut, Rebellion
und natürlich "jumpers, coke, sweet mary jane". Das
Album ist Cold Fact, und was noch verblüffender ist,
ist das auch der Macher für viele Jahre verschollen
war. Vor einem Jahrzehnt wurde er auf einer Detroiter
Baustelle wiederentdeckt, ahnungslos das sein prägendes
Album nicht nur zum Kult-Klassiker avancierte, sondern
für die Menschen in Süd Afrika auch ein Leuchtfeuer
der Revolution wurde. Rodriguez wurde 1942 als Sohn
mexikanischer Einwanderer in Detroit, Michigan geboren.
1969 nahm er sein Debütalbum "Cold Fact" auf und veröffentlichte
es 1970. Es ist wirklich guter Stoff, voll von Geschichten
schlechter Drogen, verlorener Liebe und von Fernweh
getriebenen Songs über das Leben in amerikanischen Innenstädten
in den späten 60ern. "Gun sales are soaring/Housewives
find life boring/Divorce the only answer/Smoking causes
cancer," besagt der Dylan-artige Establishment Blues.
Doch das Album verschwand ohne jede Spur. Als das folgende
Album "Coming from Reality" (1972) ebenfalls floppte,
beschloss Rodriguez, seine Studiokarriere zu beenden.
Er hatte nicht einmal ein angemessenes Konzert gespielt.
Im laufe der Jahre richtete er seine Aufmerksamkeit
auf Lokalpolitik, Philosophie, einen Job in einer Tankstelle
und letztendlich der Zwangsarbeit. So wie seine Musik
eine Erinnerung wurde, wuchs die Legende Rodriguez -
auf der anderen Seite der Welt. In Süd Afrika, teils
auch in Australien und Neuseeland, wurde "Cold Fact"
hauptsächlich durch Mundpropaganda zum Erfolg. Besonders
die jungen Menschen der südafrikanischen Streitkräfte
identifizierten sich mit dem Hang zur Gegenkultur. Aber
Rodriguez blieb ein Mysterium. Selbst sein Label wusste
nicht wo man ihn finden könnte. Gerüchte besagten, er
starb an einer Überdosis Heroin oder sei auf einer Bühne
verbrannt. Kein Lebenszeichen für fast 30 Jahre. Doch
1996, als ein Journalist sich aufmachte, dem Mysterium
auf den Grund zu gehen, begann das Blatt sich zu wenden.
Nach unzähligen Fehlschlägen fand er Rodriguez wohlauf
in Detroit. Rodriguez selbst hatte keine Ahnung von
seinem Ruhm in Süd Afrika (das Album wurde mehrfach
mit Platin ausgezeichnet). Er wurde für eine triumphale
Tour nach Süd Afrika geschifft und füllte Veranstaltungsstätten
für 5000 Besucher. Ein Dokumentarfilm mit dem Namen
"Dead Men Don't Tour: Rodriguez in South Africa 1998"
wurde im nationalen Fernsehen ausgestrahlt. Jetzt wurde
es Light in the Attic anvertraut, "Cold Fact" und "Coming
From Reality" neu auf CD zu bannen, um endlich einer
völlig neuen Hörerschaft die Gelegenheit zu geben, herauszufinden,
warum Rodriguez auf der anderen Erdhalbkugel in einem
Atemzug mit The Doors, Love und Jimi Hendrix genannt
wird.
Links
http://www.lightintheattic.net
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