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Es wäre wahrscheinlicher, sie in Reykjavik spielen zu sehen, als in Detroit, und wahrscheinlicher, dass sie ihre Songs auf Flexi Discs in Holländischen Comic Heftchen veröffentlichen, denn als MP3 auf der eigenen Website. Shellac (oder auch "Shellac of North America") werden immer bekannt dafür sein, dass sie ihren ganz eigenen Weg gehen und komplett außerhalb der typischen Maschinerie des Musikbusiness operieren - man mag es unabhängig nennen oder sonst wie, bezüglich Promo Kopien, beinhalteten ihre Presseinfos schlicht die Aussage "No free Lunch". So schaffte sich das Trio eine beachtliche Nische in den Abwasse überlaufenen Gossen des Underground Rock'n'Roll. Begonnen 1992, in einer zwanglosen Zusammensetzung aus dem brühmt-berüchtigten Tontechniker und Gitarrist Steve Albini (ex-Just Ducky, Big Black, Rapeman) und Schlagzeuger Tod Trainer (ex-Rifle Sport, Brick Layer Cake), formatierte sich Shellac endgültig zum Trio, als Albini den Bassisten Bob Weston (ex-Sorry, Volcano Suns) einlud, nach Chicago zu ziehen und ihn in seinem Studio als Toningenieur anstellte.
Immer einen rauen, ungeschliffenen Sound anstrebend, wurde bei den Aufnahmen der Band selten (wenn überhaupt) auf Overdubs zurückgegriffen. Sparsamkeit und Präzision waren immer schon ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Die erste LP des Trios, "At Action Park", erschien 1994. Vier Jahre vergingen, bis ihre einwandfreie Folgeplatte "Terraform", wegen einiger Artwork Komplikationen erst viel später als eigentlich geplant, veröffentlicht wurde.
Aufgenommen an unterschiedlichen Terminen während 1998 und 1999, erschien ihr drittes Album "1000 Hurts" schließlich 2000.
Shellac tourten immer sehr sporadisch. Meist in geographischen Gefilden, die sie selbst gerne besuchen wollten und spielten an unkonventionellen Orten, wie z.B. Dampfer. Das "zwischen-den-Songs-Geplänkel" bei ihren Shows zerfiel eher zu einer Art Frage-Antwort-Spiel mit dem Publikum, statt zu verkünden, wie sehr die Band die Stadt liebte, in der sie gerade spielte. Das Trio teilte seinen schrägen Sinn für Humor, der sich sowohl in ihren Aufnahmen, als auch in ihrem Auftreten spiegelte. So konnte es durchaus passieren, dass ein Konzertbesucher eine Shellac Show verlässt, mit irgendetwas zwischen einem unterschriebenen Baseball und einer Vision von Weston im Hasenkostüm…

Links

www.touchandgorecords.com/bands/band.php?id=22


www.myspace.com/shellacband